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Kommt Angriffsbefehl aus Stuttgart?

Bei EUCOM in Vaihingen könnte der Gegenschlag der Vereinigten Staaten koordiniert werden
Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in Stuttgart-Vaihingen

An der Straßenkreuzung rechts, beim Autohändler vorbei und direkt gegenüber vom Blumenladen könnte der erwartete US-Gegenschlag gegen den Terror gezündet werden.

In den "Patch Barracks", den US-Kasernen im Stuttgarter Stadtteil Vaihingen, liegt das oberste US-Kommando in Europa. Im Hauptquartier des US- Militärs in der schwäbischen Metropole werden die laufenden Einsätze der Amerikaner in mehr 83 Ländern geregelt. Und in den geschützten Kellern liegen zudem die strengst bewachten Stabsräume, von denen aus ein Einsatz zum Beispiel der Atomwaffen aus dem Eifelort Büchel und aus Ramstein koordiniert werden kann.

"Natürlich sind wir in Baden-Württemberg stark gefährdet, weil es hier zahlreiche wichtige Einrichtungen der US-Armee gibt", zeigt sich Landesvater Erwin Teufel (CDU) besorgt. Sofort nach den Anschlägen auf das Welthandelszentrum in New York und das Pentagon in Washington wurde auch für US-Soldaten in Stuttgart "Alarmstufe 1" gegeben. Ein halbes Dutzend Soldaten sichert derzeit die kurvenreiche Ein- und Ausfahrt am Kasernengelände, Ausweise werden genau unter die Lupe genommen, Fahrzeuge streng kontrolliert. Denn nicht nur das Militärkommando ist in Gefahr, sondern auch die Familien der Soldaten und Mitarbeiter, die Schule, Geschäfte und Vereine. Das soziale Netz, das die US-Army ausgebreitet hat, um ihren Angehörigen eine zweite Heimat zu geben, ist groß.

Noch ist zumindest offiziell nicht klar, ob in Vaihingen auch die Fäden für einen neuen Angriff der USA zusammenlaufen. Die Sprecher weisen freundlich, aber bestimmt alle konkreteren Fragen zurück. Erfahrungen mit dem Ernstfall haben die 1000 Soldaten und Mitarbeiter in Stuttgart aber bereits. Denn auch der Kosovo-Einsatz der NATO- Truppen und die US-Aktionen im Nord-Irak werden von Stuttgart aus koordiniert. Insgesamt umfasst der US-Kommandobereich 33,7 Millionen Quadratkilometer in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Und während im ganzen Land die Kasernen geschlossen und die Soldaten zurückgezogen werden, blieb die Stärke des EUCOM-Kommandos konstant.

Nachdem Frankreich aus der militärischen Integration der NATO ausgeschert war und die Amerikaner eine neue Bleibe benötigten, kam das Hauptquartier 1967 nach Stuttgart. EUCOM ist direkt dem US- Verteidigungsministerium unterstellt. Auch andere Kommandozentralen liegen in Süddeutschland: Die US-Heeresstreitkräfte werden in Heidelberg geleitet, das Hauptquartier der US-Luftwaffe liegt in Ramstein in der Nähe von Kaiserslautern.

Die baden-württembergische Landesregierung bekennt sich ebenso wie die Stadt Stuttgart immer wieder zu den US-Gästen am Stadtrand, seitdem diese kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Vaihingen einzogen. Die Stabswechsel gehören zu den Pflichtterminen der Landespolitiker und ein Abstecher nach Vaihingen steht stets auf dem Besuchsprogramm des US-Verteidigungsministers. Dennoch ist die US-Zentrale mindestens ein Mal im Jahr mehreren hundert Menschen ein fast schon traditioneller Dorn im Auge: Bei den Ostermärschen versammeln sie sich vor den Toren der "Patch Barracks", um für "eine Atomwaffen freie Welt" zu demonstrieren.